Der Chiemgau ist kein Geheimnis mehr. Aber selbst in einer beliebten Region gibt es Orte, die selbst Stammgäste übersehen. Ich bin hier aufgewachsen und möchte ein paar meiner liebsten Ecken mit euch teilen, die nicht im Reiseführer stehen.
1. Die Kiesbänke an der Ache bei Staudach
Zwischen Marquartstein und Staudach-Egerndach schlängelt sich die Tiroler Ache durch weite Kiesbänke. Im Sommer ein absoluter Traum: kristallklares Wasser, kaum Menschen, Berge im Hintergrund. Perfekt für ein spontanes Picknick oder eine Abkühlung nach der Wanderung. Zugang über kleine Feldwege.
2. Die Schnapsbrenner in der Region
Im Chiemgau gibt es eine lebendige Tradition kleiner Obstbrennereien. Der Weßner Hof in Marquartstein hat eine eigene Brennerei mit Verkostung. In Grassau und Unterwössen finden sich weitere. Eine Schnapsrunde am Nachmittag gehört zur Region wie der Chiemsee selbst.
3. Sonnenuntergang vom Schachenberg
Ein kleiner Hügel bei Grassau, den kaum jemand auf dem Schirm hat. Der Aufstieg dauert 30 Minuten, und oben habt ihr freie Sicht über das gesamte Achental bis zum Chiemsee. An klaren Sommerabenden wird der See golden. Kein Wegweiser, kein Tourismus, nur stille Schönheit.
4. Burgschenke Marquartstein
Die Burg Marquartstein thront über dem Ort und ist ein Ort mit Geschichte: Richard Strauss heiratete hier 1894 in der Kapelle. Die Burg ist nicht immer öffentlich zugänglich, aber bei Veranstaltungen und Konzerten geöffnet. Der Aufstieg durch den Wald lohnt sich allein für den Blick.
5. Ökomodell Achental
Das gesamte Achental ist ein ausgezeichnetes Ökomodell-Gebiet. Es gibt Lehrpfade, geführte Naturwanderungen und Veranstaltungen zu Naturschutz und Biodiversität. Weniger spektakulär als eine Gipfeltour, aber wer sich für die Natur hinter der Landschaft interessiert, findet hier Tiefe.
6. Eisessen in Grassau
Das Eiscafé in Grassau macht handwerkliches Eis, das locker mit italienischen Gelaterien mithalten kann. Klingt banal, aber nach einer Tour im Achental ist eine Kugel Joghurt-Himbeere mit Blick auf die Berge pures Glück.
7. Almenrundweg bei Schleching
Eine Wanderung, die drei Almen verbindet und durch einige der schönsten Almlandschaften des Chiemgaus führt. Weniger besucht als die Hochgern- oder Kampenwand-Touren, aber genauso lohnend. Ca. 4 Stunden, moderate Schwierigkeit.
8. Flohmärkte und Dorfmärkte
Im Chiemgau gibt es regelmäßig Bauern- und Flohmärkte in den kleinen Orten. Traunstein, Prien und Rosenheim haben die größten, aber die kleinen Dorfmärkte sind charmanter. Hier findet ihr regionale Produkte, Handwerk und die Möglichkeit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
9. Der Blick von der Straße nach Rottau
Auf der Straße von Grassau Richtung Rottau gibt es eine Stelle, an der sich plötzlich das gesamte Chiemgau-Panorama öffnet: Chiemsee, Kampenwand, Hochplatte, alles auf einmal. Kein Parkplatz, kein Schild, nur eine Kurve. Aber wer dort anhält, vergisst es nicht.
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