Nicht jeder Wanderweg ist gleich gut. Hier sind die, die wir selbst gehen.
Es gibt hunderte Wanderwege im Chiemgau. Viele davon stehen in jedem Reiseführer, manche sind überlaufen, einige sind ehrlich gesagt langweilig. Wir haben sieben Touren rund um Marquartstein rausgesucht, die wir selbst immer wieder gehen– und die für unterschiedliche Tage, Konditionslevel und Begleitung (Kinder, Hund, Oma) funktionieren.
1. Hochplatte über die Staffnalm – der Klassiker mit Wow-Effekt
1.586 Meter, ca. 4 Stunden rauf. Der Aufstieg über die Staffnalm ist steil, aber machbar. Oben wartet ein 360-Grad-Panorama: Chiemsee, Berchtesgadener Alpen, bei Föhn bis zu den Hohen Tauern. An klaren Tagen einer der besten Aussichtspunkte im gesamten Chiemgau. Nichts für kleine Kinder, perfekt für alle mit halbwegs vernünftiger Kondition.
2. Staudacher Alm – die Familientour schlechthin
1,5 Stunden, schattig, einfach, bewirtschaftet. Die Käsespätzle oben sind der eigentliche Grund, warum man geht. Kinder schaffen das ab 6 Jahren problemlos. Hunde willkommen. Am Wochenende bei Schönwetter voll – unter der Woche deutlich entspannter.
3. Entenlochklamm an der Tiroler Achen
Spektakulär, aber kurz. Der gesicherte Weg führt direkt über dem tosenden Wasser durch die Klamm. Im Sommer bei 30 Grad die beste Tour, weil es in der Schlucht immer kühl ist. Kombination mit Einkehr in Schleching perfekt. Nicht kinderwagentauglich.
4. Kampenwand ab Bergstation
Die ehrliche Variante: Mit der Seilbahn hoch, dann eine Stunde zum Gipfelkreuz. Die Aussicht ist absurd gut – Chiemsee von oben, Alpenhauptkamm, an guten Tagen sieht man das Steinerne Meer. Im Sommer nachmittags Gewitter möglich, also früh starten.
5. Naturlehrpfad Marquartstein
Perfekt für den faulen Nachmittag oder den Regentag, der doch noch aufklart. Flach, kurz, informativ. Kinder finden die Schautafeln zu Moor und Wald tatsächlich spannend. Danach Eis in Marquartstein – Tag gerettet.
6. Hochgern – für die Ambitionierten
1.748 Meter, 4-5 Stunden Aufstieg. Anspruchsvoll, aber die Fernsicht vom Gipfel gehört zu den besten im Chiemgau. Am Wochenende erstaunlich wenig los, weil die meisten zur Kampenwand gehen. Geheimtipp für Leute, die Ruhe am Gipfel wollen.
7. Achental-Rundweg – der Genussspaziergang
Flach, kinderwagentauglich, Tiroler Achen plätschert daneben. Kein Gipfel, kein Schweiß, keine Ambitionen nötig. Einfach laufen. Mehrere Spielplätze unterwegs, Rastbänke mit Bergblick. Perfekt nach einem Regentag, wenn alles matschig wäre, aber das Tal trocken ist.
Praktische Infos
Beste Zeit: Mai bis Oktober, je nach Höhenlage
Schuhe: Für Tour 1, 3 und 6 Bergschuhe. Rest geht mit guten Trekkingsandalen.
Mit Hund: Alle Touren hundefreundlich, bei Almweiden anleinen
Parken: In Marquartstein zentral, alle Touren sind von dort erreichbar
FAQ
Welche Tour bei Regen? Entenlochklamm ist bei leichtem Regen sogar atmosphärischer. Naturlehrpfad geht auch. Alles über 1.000 Höhenmeter: besser verschieben.
Welche Tour mit Hund? Alle sieben. Staudacher Alm und Achental-Rundweg sind am entspanntesten. Bei den Gipfeltouren vorher Wasservorrat für den Hund einplanen.
Braucht man eine Karte? Für Hochplatte und Hochgern ja – oder zumindest eine Offline-Karte auf dem Handy (Komoot, Outdooractive). Der Rest ist gut beschildert.
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